Bauernschaft

1843 Ölgemälde Auf dem Heimweg in Ostfriesland B.J.(Bentje) Govers 1843.jpg

….. auf dem Heimweg (1843)

 

1915 Bauernhof in Ostfriesland 1915.jpg

Typischer Bauernhof (Gulfhof) in Ostfriesland (1915)
…. am Wasserlauf gebaut hier mit großem Backhaus

Die typische Form des ostfriesischen Bauernhauses ist das Gulfhaus. Es entstand im 16. und 17. Jahrhundert zunächst in den Marschen, wo durch bessere Entwässerungssysteme auch der Ackerbau möglich wurde – zuvor war dort nur Viehhaltung möglich. Da der Marschboden sehr fruchtbar ist, sind – auch sonst gute Bedingungen vorausgesetzt – reiche Ernten möglich. In der Marsch finden sich daher mehr größere Gulfhöfe, dort auch Plaats genannt, als auf der Geest. Auch viele kleinere Landarbeiterhäuser sind nach dem gleichen Prinzip aufgebaut wie die großen Höfe. Im Vorderteil eines Gulfhofs befinden sich die Wohnräume, im weitaus größeren hinteren Teil der Platz für das Erntegut und das Vieh. Jener Teil ist wesentlich breiter als das Vorderhaus und weiter gen Erdboden gezogen. Auch die kleinsten Ecken werden ausgenutzt, an den tief gezogenen Seiten findet das Vieh seinen Platz, das Erntegut wird zumeist in der Mitte des Scheunenteils gelagert. Der Zugang zum Scheunenteil erfolgt zum einen innerhalb des Gebäudes durch eine Verbindung vom Wohntrakt, zum anderen durch Tore auf einer der dem Wohntrakt zugewandten Seite des (breiteren) Scheunenteils sowie auf der Rückseite des Scheunenteils. Die Dachlast wird von einem innerhalb der Scheune stehenden Holzständerwerk getragen.

Sowohl bei Einfamilienhäusern als auch bei Höfen und ebenfalls bei vielen öffentlichen Gebäuden und manchen Betriebsgebäuden findet der typische rote Klinker noch stets am häufigsten Verwendung. Bei reinen Zweckbauten wird aus Kostengründen jedoch oft auf Klinker verzichtet.

 

 

1908 Moorkolonie Ostfriesland Stempel Zielen 1908.jpg

…eine Moorkate (Lehmhaus mit Reetdach) (1908)

…. am Wasserlauf gebaut.